Artikel Kommentare

book-universe.de » Bayer Thommie » Fallers große Liebe: Ein neues Leben erben

Fallers große Liebe: Ein neues Leben erben

Der Hauptprotagonist und der Ich-Erzähler des Romans, der 34-jähriger Alexander, ist ein Anti-Held. Er schwimmt irgendwie mit dem Strom des Lebens, ohne bestimmte Ziele zu haben. Ein Kunst- und Literaturliebhaber betreibt in Köln ein Laden mit gebrauchten Büchern. Die Geschäfte allerdings kommen nicht so recht voran, und er ist froh, wenn am Ende des Monats genug Geld in der Kasse ist, um die laufenden Ausgaben zu tragen. Zu seinem großen Glück bietet ihm ein Unbekannter eine Arbeit als Chauffeur, die wöchentlich eine Tausend Euro verspricht. Alexander muss nur seinen neuen Chef, Marius Faller, einen 60-jährigen Unternehmer, durch die deutschen Städte fahren. Zuerst ist Alexander angewidert, die Rolle eines Lakaien zu spielen, weil Faller auch die Spesen bezahlen verspricht, dann aber findet er sich damit ab, nicht zuletzt dem Anblick des grünen Jaguars zu verdanken. Auf dieser Reise gewinnt der Ich-Erzähler den Einblick  in das ereignisreiche Leben des Unbekannten, der ihm unter anderem über die Liebe seines Lebens erzählt. Angeregt durch die Erzählung des Fallers, fühlt Alexander sich in seine Jugend versetzt, als er mit seiner Freundin Agnes auf einer Reise in Barcelona war. Und wenn er merkt, dass Faller ihn nicht als einen Diener sondern eher als einen Freund betrachtet, fühlt er sich gleich geehrt. Ein kurzer Liebesintermezzo mit Anja, Anwältin und Gelegenheitsfreundin von Faller, auf einem Schiff in Zürich bestärkt ihn im Glauben, dass er doch ein ganz liebenswerter Mann sei und dass er doch etwas aus seinem Leben machen soll, zuerst aber die Liebe seines Lebens, Agnes, wiederfinden. Als er dann überraschend ein kleines Vermögen durch Faller erbt, vergisst er von seinen vielversprechenden Vorsätzen und sieht sich schon vor dem Haus von Agnes im grünen Jaguar sitzen: Was würden wohl die Eltern von ihr sagen? Unglücklicherweise ist Agnes seit sechs Jahren tot. Sie war Fallers Frau und seine große Liebe. Sie bat ihn vor ihrem Tod, sich um Alexander, einen Bekannten aus ihrer Jugend, zu kümmern. Der Roman endet damit, dass Alexander in den Genuss der ungewöhnlichen Erbschaft gekommen ist und nicht mehr vor hat, etwas an seinem Leben zu verändern. Er trinkt Fallers guten Wein, liest aus seiner Bibliothek und trägt seine Sachen. Das Buch endet wie es angefangen hatte: Der Ich-Erzähler schwimmt weiter mit dem Strom des Lebens, was soll er daran noch ändern wollen?

Geschrieben von

Veröffentlicht unter: Bayer Thommie

Hinterlassen Sie einen Kommentar


+ drei = 11